Was ist PMS — und warum wird es in den Wechseljahren schlimmer?

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PMS steht für prämenstruelles Syndrom: körperliche und seelische Beschwerden, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem Einsetzen der Blutung wieder verschwinden.
Dieses Verschwinden ist das entscheidende Merkmal, es unterscheidet PMS von allem anderen, was sich ähnlich anfühlt.

Was dazugehört

Über 150 Symptome werden PMS zugeordnet. Die häufigsten:

  • Reizbarkeit, dünne Haut, kurze Zündschnur

  • gedrückte Stimmung, Weinen ohne Anlass

  • innere Unruhe und Angstgefühle

  • Brustspannen

  • Blähbauch und Wassereinlagerungen

  • Kopfschmerzen oder Migräne

  • Heißhunger, besonders auf Süßes und Salziges

  • Schlafstörungen und Erschöpfung

Entscheidend ist nicht, wie viele davon du hast, sondern wann. Symptome in der zweiten Zyklushälfte, die mit der Blutung gehen: PMS. Symptome, die den ganzen Monat da sind: etwas anderes.

Warum es in der Perimenopause oft schlimmer wird

Das klingt widersinnig, die Hormone gehen zurück, also müsste es besser werden. Es ist aber umgekehrt, und dafür gibt es zwei Gründe.

Progesteron geht zuerst. In der Perimenopause findet der Eisprung seltener zuverlässig statt. Ohne Eisprung entsteht weniger Progesteron, während Östrogen weiter ausschlägt und zeitweise sogar höher liegt als früher. Das Missverhältnis in der zweiten Zyklushälfte wird größer, nicht kleiner.

Es geht um Empfindlichkeit, nicht um Menge. PMS entsteht nach heutigem Verständnis nicht durch zu wenig oder zu viel Hormon, sondern durch eine gesteigerte Empfindlichkeit des Gehirns gegenüber den Schwankungen, besonders gegenüber Allopregnanolon, einem Abbauprodukt des Progesterons, das auf dieselben Rezeptoren wirkt wie Beruhigungsmittel. Wenn die Schwankungen heftiger werden, trifft das ein System, das ohnehin empfindlich reagiert.

Dazu kommt eine praktische Verschiebung: Bei Frauen in der Perimenopause halten die Beschwerden häufig noch an, wenn die Blutung schon da ist. Die klare Grenze, auf die man sich früher verlassen konnte, verwischt.

Wo die Grenze zur PMDS liegt

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist die schwere Form. Der Unterschied ist keine Frage der Symptomliste, sondern der Funktionsfähigkeit: Bei PMDS sind die seelischen Beschwerden so stark, dass Arbeit, Partnerschaft oder Alltag darunter leiden. Schätzungen zur Häufigkeit liegen je nach Kriterien bei etwa zwei bis sechs Prozent der Frauen.

PMDS ist in der ICD-11 als eigene Diagnose geführt und behandelbar. Sie wird regelmäßig übersehen, weil die Betroffenen zwischen den Episoden völlig unauffällig sind und weil viele Frauen davon ausgehen, dass es eben dazugehört.

Wenn du den Satz kennst „zwei Wochen im Monat bin ich nicht ich selbst", ist das kein Charakterthema. Das gehört angesprochen.

Was du selbst tun kannst

Protokolliere zwei Zyklen. Das ist keine Fleißaufgabe, sondern die Voraussetzung für jede Diagnose: PMS und PMDS werden über den zeitlichen Verlauf gestellt, nicht über einen Blutwert. Zwei Zeilen pro Tag genügen: Datum, Blutung, Stimmung von 1 bis 10, das stärkste körperliche Symptom.

Plan die schweren Tage nicht voll. Wenn du weißt, welche Tage das sind, musst du dort keine Präsentation, keinen Familienbesuch und keinen Termin legen, bei dem du funktionieren musst. Das ist der Unterschied, den Zyklus-Tracking in dieser Phase tatsächlich macht.

Bewegung, Schlaf, weniger Alkohol. Die drei Dinge, die in Studien am verlässlichsten etwas bringen und die niemand hören will.

Was ärztlich möglich ist: Je nach Ausprägung kommen zyklische Gestagengabe, eine Hormontherapie oder SSRI infrage, letztere bei PMDS oft nur in der zweiten Zyklushälfte und in niedriger Dosis, was viele überrascht. Das ist ein Gespräch mit deiner Gynäkologin, kein Selbstversuch.

Diese Informationen ersetzen kein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.


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Vielleicht bist das du. Vielleicht hast du mit 54 nochmal alles umgeworfen.
Vielleicht hast du in den Wechseljahren etwas gelernt, das dir keine Ärztin erzählt hat. Vielleicht ist deine Geschichte auch einfach nur ein ehrlicher Satz über einen Dienstagmorgen, an dem du dich selbst nicht mehr erkannt hast.

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